Schlagwort: Zeit

Drei Dinge

Das war absurd. Ich starrte auf die drei Dinge, die vor mir auf dem Tisch lagen: ein Globus, an dem ein Kabel mit einem Stecker hing, was wohl bedeutete, dass er gleichzeitig eine Lampe war, ein runder, schwarzer Magnet, mit dem man Notizen an eine Wand heften kann, und ein Tennisball, der aussah wie frisch aus der Verpackung genommen. „Was soll ich damit anfangen?“ fragte ich die Frau mit der Stoppuhr. Sie antwortete nicht. „Ist das irgendein schräger Persönlichkeitstest?“ Sie ignorierte mich weiter. Vielleicht sollte ich ihr den Tennisball einfach an den Kopf werfen. Einen besseren Plan hatte ich nicht.

Der Sommer der Unabhängigkeit

Ihr ganzes Leben lang  ist sie perfekt gewesen. Erst die perfekte Tochter, die ihren Eltern gehorchte, dann die perfekte Hausfrau, die ihrem Mann jeden Wunsch von den Lippen ablas. Diese Person gab es jetzt nicht mehr. Der Sommer 1934 war ihr Sommer der Unabhängigkeit. Sie tat nur noch, was sie wollte, wann sie es wollte. So lange sie es noch konnte. Bald würde alles in sich zusammenstürzen. Sie besaß kein eigenes Einkommen, sie wusste nicht, wohin sich ihr Mann mit seiner blutjungen Geliebten abgesetzt hatte und jeder würde ihr die Schuld geben. Die Zeit bis dahin wollte sie einfach nur genießen.

Noch sehr lebendig

Vor ein paar Jahren sind wir aufgestanden. Damit begann der ganze Schlamassel. Jetzt laufen wir auf zwei Beinen, machen ständig irgendwas mit unseren Händen und müssen Viecher töten, die dreimal so groß und viermal so stark sind wie wir.  Zum Glück beherrschen wir die Wahrscheinlichkeitsrechnung noch nicht. Oder eine Sprache, nebenbei bemerkt. In der Zukunft wird es heißen, die Dinosaurier wären längst ausgestorben gewesen als die ersten Menschen die Erde bevölkerten. Da lachen ja die Tyrannosaurier! Ein paar der schuppigen Stinker sind vielleicht schon weg, aber wir haben noch jede Menge davon. Einige fliegen sogar. Zeit, das Zielen zu erfinden.

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